Unsere Michaelskirche


trägt den Namen des Engels, der nach biblischer Überlieferung der Schutzengel Israels ist. Michael(=Wer ist wie Gott?) ist aber auch der Engel des Weltgerichts, der am Ende der Zeit für das Volk Gottes einsteht.
 
Die frühere Christenheit hat den Erzengel zum Schutzherrn der Kirche erkoren.


Die Michaelskirche in Gültlingen mit ihrem Friedhof ist von einer bis zu 1,5 Meter breiten und bis zu 3,5 Meter hohen Wehrmauer noch fast vollständig umringt. Bis zum 19. Jahrhundert war sie zudem von einem überflutbaren Graben umgeben. In gefährlichen Zeiten siedelten die Bewohner des Ortes mit all ihrem Hab und Gut in den geschützten Bereich um und zogen hinter sich eine Zugbrücke, die zum heutigen Haupttor führte, hoch
 

Erbaut wurde sie im Jahre 1465 – 1467, wobei die Sakristei mit romanischen Elementen der älteste Teil ist. Steinquader - Haupteingang
 

Über die Innereinrichtung gibt es eine Pfarrbeschreibung aus dem Jahre 1827.Leider gibt es keine ausführlicheren Beschreibungen über unsere Kirche, die älter sind.

Pfarrbeschreibung


„Die Pfarrkirche ist ½ Viertelstunde vom Pfarrhaus entferne, steht auf einer Anhöhe, erbaut 1465. Ist im ganzen in baulichen Zustand; hat 2 Emporen; ist für gewöhnlich geräumig genug, nur an Festtägen, wo auch die welche sonst selten zur Kirche kommen, sich einfinden, fehlt es an Raum; finster und feucht; vermöge ihrer Einrichtung, indem sie unverhältnismäßig länger als breit ist und die Kanzel an einem ungeschickten Platze steht, zum Predigen sehr beschwerlich, mit Turm ,Glocken, Uhr, Orgel und einer passablen aber nicht heizbaren Sakristei...
 

Über die ursprüngliche Inneneinrichtung und Innengestaltung lässt sich somit nur vermuten, dass im Chor einmal ein Netzgewölbe war, worauf die Stützpfeiler an der Außenmauer des Chores schließen lassen.
 
Ein Schlussstein mit einem Christusbild, der jetzt an der Südwand des Chores angebracht ist, könnte ebenfalls ein Teil dieses Gewölbes gewesen sein. Das spätgotische Fenstermaßwerk im Chor ist auch noch erhalten.
 
Die Entstehungszeit des Kruzifixes ist leider auch nirgends festgehalten.

 

Im Turm befinden sich 4 Glocken


Unser heutiger Kirchenraum ist das Ergebnis mehrerer Renovierungen in diesem Jahrhundert.
 

1910/11 gab es eine neue Kanzel, neues Gestühl und eine neue Fensterverglasung

1958/59 wurde der Innenraum völlig neu gestaltet, ein klarer Altarraum als Mittelpunkt der Kirche wurde geschaffen, die bis dahin durchgehenden Emporen abgeändert, die zweite Empore ganz abgerissen,(100 Sitzplätze weniger) und der Chorbogen eingebaut. Auch durch die großen Fenster wurde die Kirche heller und freundlicher.
 
1983-85 gab es noch eine Renovierung, Der warme Holzton, der heute den Kirchenraum bestimmt, dürfte wohl der ursprünglichen Gestaltung der Kirche am nächsten kommen.

 Sie ist nicht mehr finster und feucht und bei weitem nicht mehr „ zum Predigen sehr beschwerlich“.
 

Die Orgel


Ist eine Weinmar Orgel mit 13 Registern aus dem Jahre 1815 vom Orgelbauer Weinmar aus Bondorf.
 

Unsere Michaelskirche steht Am Kapellenberg 27-29, 72218 Wildberg; Koordinaten 48°39'18.6"N 8°46'46.0“E

© ev. Kirchengemeinde Gültlingen