Gemeindebrief Ostern 2021

WORT AUF DEN WEG

Passion und Ostern erleben wir nun zum wiederholten Mal unter schwierigen Bedingungen. Nicht nur äußerlich wird unsere Welt in Atem gehalten von einem Virus.

Angesichts von Leid durch Krankheit und Tod von lieben Menschen, wirtschaftlichen Schieflagen und all den tiefgreifenden Erfahrungen, die wir gemacht haben, lohnt ein Blick auf das, was uns dabei trägt.

Für viele ist das Herz voller Hoffnungen: Hoffnung auf eine Wende, Hoffnung auf die Wirkung der Impfungen, Hoffnung auf Besserung und Normalität. Ich könnte noch vieles aufzählen. Menschen schwanken zwischen Hoffen und Bangen seit vielen Monaten.

Einfach ist das nicht. Auch weil viele Enttäuschungen und leere Hoffnungen nicht nur den Geist anstrengen, sondern auch das Herz ständig umtreiben. Hauptsache scheint etwas, um durchzuhalten.

Wir machen uns Hoffnungen – es liegt tief in uns. Das bedeutet für mich, dass wir etwas zurechtlegen oder bereithalten, was uns am meisten verspricht oder am besten taugt. Wir sind dabei die, die etwas tun. Viele Hoffnungen werden mit der Zeit mürbe, zerbröseln und tragen uns nicht mehr. Wir müssen uns also immer mehr Hoffnung machen. 

Etwas anders ist Hoffnung zu haben. Ich will das an einem Beispiel deutlich machen. Eine Frau ist schwanger. Sie ist guter Hoffnung, kann man auch sagen. Sie muss sich diese Hoffnung auf ein Kind nicht machen. Sie hat sie, trägt sie im wahrsten Sinn des Wortes unter dem Herzen. Es ist klar, dass das Kind irgendwann auf die Welt kommt. Es geht mir hier um die Gewissheit und Sicherheit, die sich damit verbindet.

Ich glaube, wir sollten uns Hoffnung nicht nur machen, sondern sie für uns haben. In Jesus Christus haben wir den, der für unsere Hoffnung bürgt. Er hat durch den Tod einen Weg gefunden. Für ihn sind Krankheit und Tod keine Grenzen mehr, die ihn binden und gefangen halten. Er hat sie überwunden. In dieser Hoffnung sollten wir leben. Jesus findet Wege, das Schlechte, Zerstörerische und Zermürbende zu bewältigen. Wenn wir uns an ihn halten, haben wir echt eine Hoffnung. Mit ihm haben wir das Licht längst in uns und müssen uns nicht das Ende ersehnen. Voller Hoffnung können wir leben. Mit ihm zu leben, hängt nicht am seidenen Faden.

Habt also gute Hoffnung – was kommt liegt nicht nur an uns, sondern vor allem in Gottes Hand. Das betrifft unser Leben persönlich, die Welt unter den Gegebenheiten der Pandemie und auch die Gemeinde mit allen kommenden Veränderungen. Im Kreuz – das auch Leid und Tod bedeutet – haben wir Hoffnung, weil dort Gott aus dem Zeichen für den Verbrechertod ein Zeichen der Hoffnung werden lässt. Er befreit uns und gibt uns Hoffnung auf Leben mit ihm.

Herzlichst

Jürgen Bobzin

 

 

Gemeindebrief in voller Länge zum Download