Gemeindebrief 3/2020

WORT AUF DEN WEG

„Alle Jahre wieder!“ das kann einem dieses Jahr schon vergehen. Durch die äußeren Bedingungen ist alles aus dem Gewohnten geraten. So viel ist unsicher. Keiner weiß, wie es werden wird. Weihnachten 2020 ist ein Tasten, Überlegen, Probieren. Es wird nicht „ganz das Übliche“ geben oder zumindest nicht in der Normalität, wie man sie sich ersehnen mag.

Das lässt sich nicht ändern. Damit müssen wir leben. Gleichzeitig weiß ich auch, dass es nicht ausfallen wird. Das Fest von der Geburt Jesu wird seinen Platz auch dieses Jahr bei uns finden.

Anders wird es. Bei den Gottesdiensten, beim familiären Zusammenkommen und Treffen vor und um Weihnachten ist man nicht frei. Man kann sich nun darauf konzentrieren, was verboten oder nicht möglich ist. Ich halte davon wenig, weil es an Weihnachten vorbei geht. Ich denke, dass es nicht nachteilig ist, den Ablauf zu unterbrechen. Denn so frage ich mich, was mir wirklich wichtig ist. Wofür bin ich bereit und was braucht es jetzt nicht?

Ich möchte damit keine der vielen, liebenswerten Traditionen abschaffen. Dinge zu vermissen, zeigt mir aber den Wert an, den sie haben. Es ist also die Frage, was eigentlich der Kern der Sache ist. Da bin ich mir schnell auch mit allen Kindern einig und sehr sicher: das Christkind! Es wird auch in diesem Jahr zu den Kindern finden. Es wird seinen reichen Segen bringen.

Es ist zwar bei mir etwas anders gemeint, wie bei den Kindern, nur der Kern ist der gleiche. Die Botschaft des Engels in der Heiligen Nacht hat nichts von ihrer Tiefe verloren, wenn er vom Christkind spricht. Sie erlangt vor dem, was wir erleben neue Aktualität. „Euch ist heute der Heiland geboren.“Für uns kommt Jesus in die Welt. Gerade unter den gegenwärtigen Gegebenheiten ist es eine Zusage. Wir sollen nicht unserem Schicksal, nicht uns selbst überlassen werden. Jesus kommt um zu retten, was ohne sein Kommen verloren wäre. Damit drückt sich aus, dass er ein Teil sein will von allem, was wir sind. Er nimmt alles an – nichts ist ihm fremd oder unangenehm. Das ist für mich im Moment zentral: Jesus nimmt und trägt auch diese Zeit mit.

Hoffentlich kehrt das Christkind mit diesem Frieden und dieser Zusage in jedes Haus in Gültlingen ein. Corona und auch keine anderen Umstände können Jesus von uns fernhalten. Er kommt – damit bei uns die Lichter glänzen, die Herzen frei werden und wir das Leben mit ihm feiern. Ich glaube, dass wir das auch dieses Jahr tun werden!

Herzlichst Ihr

Jürgen Bobzin

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